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Glossar

Die Worte der Arbeit,
klar festgehalten.

Begriffe, die bei der Beauftragung von Architekturfotografie auftauchen, einzeln erläutert. Keine Wörterbucheinträge, sondern die Standards, die luftrechtlichen Regeln und die Entscheidungen, die tatsächlich vor Ort getroffen werden.

Completion, Record, and ProgressFertigstellung, Aufzeichnung, Bauablauf

Fertigstellungsaufnahme

Eine Aufnahme, die entsteht, wenn ein Gebäude fertiggestellt ist, um es in jenem Zustand festzuhalten, in dem der Entwurf am vollständigsten gegenwärtig ist. Sie verlangt zweierlei zugleich: die Genauigkeit einer Dokumentation und ein Bild, das in Druck und Netz verwendbar ist. Aufträge kommen von Architekten wie von ausführenden Firmen, und die Ergebnisse dienen nach der Übergabe der Öffentlichkeitsarbeit, dem Werkverzeichnis und redaktionellen Veröffentlichungen.

Baudokumentation

Fotografie, die jede Bauphase festhält, um nachzuweisen, dass die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Sie umfasst auch die Bauteile, die nach der Fertigstellung nicht mehr sichtbar sind. In den Aufnahmerichtlinien für öffentliche Bauvorhaben fallen auch die Bilder zum Zeitpunkt der Fertigstellung in diese Kategorie, weshalb der Umfang stets gegen die Richtlinie des jeweiligen Vorhabens abzugleichen ist.

Baufortschrittsfotografie

Fotografie, die den Fortgang der Arbeiten begleitet. Sie dient der Berichterstattung an den Bauherrn, der internen Prüfung und der Verständigung zwischen den Gewerken auf der Baustelle. Da die Bedeutung in der Abfolge selbst liegt, zählen Gleichmäßigkeit von Standpunkt und Intervall mehr als die Qualität einer einzelnen Aufnahme.

Immobilienfotografie für Exposés

Fotografie zur Darstellung einer Immobilie für Verkauf oder Vermietung. Ihr Zweck ist es, Zustand und Reiz des Objekts einem künftigen Nutzer zu vermitteln, was sich von der Architekturfotografie unterscheidet, bei der die Dokumentation der Entwurfsabsicht Vorrang hat. Weitwinkelige Übertreibung wird hier häufig hingenommen; in einer Dokumentation von Architektur nicht.

Architekturfotograf

Ein Fotograf, der auf Architektur spezialisiert ist. Die Aufgabe besteht darin, Form und Raum eines Gebäudes so festzuhalten, dass die Absicht des Architekten wie beabsichtigt lesbar bleibt. Das verlangt strenge Kontrolle von Senkrechten und Waagerechten, das Urteil, Lichtverhältnisse zu lesen und die Stunde der Aufnahme festzulegen, sowie die Fähigkeit, Fertigstellungsaufnahmen, Innenräume, Luftbilder und Modellfotografie nach einem einheitlichen Maßstab zu behandeln. Das Feld grenzt an Werbe- und Wohnfotografie, unterscheidet sich aber darin, dass die Genauigkeit der Dokumentation an erster Stelle steht.

Fertigstellungsalbum

Fertigstellungsaufnahmen, auf Papier festgehalten und zu einem Band gebunden. Getrennt von der digitalen Lieferung kann es dem Bauherrn als Erinnerung an die Übergabe überreicht oder vom Architekten genutzt werden, um Besuchern ausgeführte Arbeiten zu zeigen. Format, Papier und Bindung verändern das Ergebnis erheblich, weshalb der Aufbau, einschließlich der Reihenfolge der Tafeln, für jedes Projekt eigens festgelegt wird. Der Druck gibt Farbe anders wieder als ein Bildschirm, weshalb die Dateien vor dem Druck auf das jeweilige Papier abgestimmt werden.

Space and StylingRaum und Inszenierung

Innenraumfotografie

Fotografie des Gebäudeinneren, die den Aufbau des Raums, die Oberflächen und den Lichteinfall festhält. Das Verhältnis zwischen der Helligkeit vor dem Fenster und jener im Raum bestimmt nahezu den gesamten Eindruck.

Interior-Styling-Fotografie

Fotografie, bei der Möbel, Pflanzen und Objekte vor der Aufnahme arrangiert werden, um eine Lebensweise oder Stimmung zu zeigen. Sie grenzt an redaktionelle Wohnfotografie. Architekturfotografie umfasst mitunter eine zurückhaltende Ausstattung, doch die Grenze verläuft dort, wo das Arrangement den gebauten Raum falsch darstellen würde.

Mischlicht und Farbtemperatur

Ein Zustand, in dem Lichter unterschiedlicher Art gleichzeitig einen Raum besetzen. Tageslicht, Leuchtstoff, Glühlicht und LED haben je eigene Farbtemperaturen, sodass die Farbe, unbearbeitet aufgenommen, von einem Teil des Raums zum anderen kippt. Alles auf einen einzigen Maßstab zu korrigieren, lässt irgendeinen Bereich unecht erscheinen. In der Praxis lautet die Entscheidung, das vorherrschende Licht dieses Raums als Bezug zu setzen und nur dort nachzuführen, wo es nötig ist. Welches Licht als die wahre Farbe des Baus gilt, ist für die Dokumentation eine bedeutende Wahl.

Technique on SiteTechnik vor Ort

Korrektur stürzender Linien und Augenhöhe

Wird die Kamera nach oben oder unten geneigt, laufen die Senkrechten eines Gebäudes zusammen und der Bau scheint zu kippen. Die Korrektur stürzender Linien hält diese Senkrechten aufrecht, entweder optisch mit einem Shift-Objektiv oder in der Nachbearbeitung. Die Augenhöhe ist die Höhe, auf der die Kamera steht: zu hoch, und der Raum flacht ab; zu tief, und die Decke drückt. Zusammen entscheiden sie, ob ein Bau so festgehalten wird, wie er steht.

Dämmerung und blaue Stunde

Aufnahmen in dem kurzen Fenster nach Sonnenuntergang, in dem sich die Innenbeleuchtung und die Helligkeit des Himmels die Waage halten. Es bleiben nur etwa zwanzig brauchbare Minuten. Zu früh, und die Lichter treten gegen den Himmel nicht hervor; zu spät, und das Gebäude verliert seinen Umriss an die Dunkelheit. Weil die Stunde vom Kalender und nicht von der Bequemlichkeit bestimmt wird, dauert die Vorbereitung länger als die Aufnahme selbst.

Ausgefressene Lichter und Belichtungsentscheidung

Ein Zustand, in dem in den hellen Bereichen jede Zeichnung verloren geht und reines Weiß ohne Information zurückbleibt. Am ehesten geschieht das jenseits des Fensters im Innenraum und im Himmel bei Außenaufnahmen; einmal verloren, lässt sich die Zeichnung nachträglich nicht zurückholen. Ob der Blick nach draußen oder der Raum selbst gehalten wird, hängt davon ab, was das Gebäude zeigen soll. Gehört die Umgebung zur Dokumentation, wird das Außen gehalten; sind Material und Ausbau das Thema, hat der Innenraum Vorrang. Belichtung ist weniger eine technische Frage als eine Entscheidung darüber, was bewahrt wird.

Brennweite und Weitwinkelübertreibung

Die Art, wie sich die scheinbare Größe eines Raums mit der Brennweite verändert. Ein Weitwinkel dehnt den Vordergrund, sodass der Raum größer festgehalten wird, als er ist. In engen Innenräumen kann man nirgends zurücktreten, was zum Weitwinkel verleitet; doch in der Architekturfotografie als Dokumentation gilt es als Fehler, einen Raum größer erscheinen zu lassen, als er ist. Die richtige Reihenfolge ist, eine Brennweite zu wählen, die vor jeder Übertreibung haltmacht, und dann den Standpunkt zu finden, von dem der nötige Ausschnitt dennoch passt. An diesem Punkt trennen sich die Wege von der Immobilienfotografie.

Architekturmodellfotografie

Fotografie von Studien-, Konzept- und Präsentationsmodellen. Was sie entscheidend vom Fotografieren gebauter Architektur trennt, ist, dass das Licht nicht abgewartet, sondern gebaut wird. Woher das Licht kommt, ist bereits die Entscheidung darüber, was das Modell zeigen wird. Gleichmäßiges Ausleuchten zerstört den Maßstabseindruck und macht die Dünnheit des Materials sichtbar, weshalb die Tonwerte der verschiedenen Flächen getrennt werden, bis das Modell als Gebäude liest. Modelle überstehen ihren Abbau nicht, was diese Arbeit ebenso sehr zur Dokumentation wie zur Darstellung macht.

Documentation, Aerials, and RightsDokumentation, Luftbild, Rechte

Fotodokumentation aus fester Kameraposition

Fotografie, die in festgelegten Abständen an dieselbe Position, dieselbe Höhe und denselben Winkel zurückkehrt, um Veränderungen eines Ortes festzuhalten. Sie wird für Bauabläufe, Stadtumbau und Landschaftsveränderung eingesetzt. Entscheidend ist die Wiederholbarkeit: Die Position wird so dokumentiert, dass sie Monate später exakt wieder eingenommen werden kann.

Intervallaufnahme

Aufnahmen in festen Zeitabständen, sei es über einen Tag oder über die gesamte Bauzeit. Die einzelnen Bilder können als Dokumentation dienen oder zu einer zeitgerafften Bewegtsequenz zusammengesetzt werden.

Drohnenaufnahmen, dicht besiedelte Gebiete und Fluggenehmigung

Aufnahmen aus einem unbemannten Luftfahrzeug. Nach japanischem Luftrecht ist der Flug in dicht besiedelten Gebieten, in Flughafennähe und oberhalb bestimmter Höhen eingeschränkt; wo diese Beschränkungen greifen, sind Genehmigung und Zustimmung des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus erforderlich. Hinzu kommen die Zustimmung der Grundstücksverwaltung, die vorherige Unterrichtung der Umgebung sowie Bedingungen wie Windgeschwindigkeit und Sichtweite. Ob ein Ort beflogen werden kann, wird vor allem anderen geprüft.

Urheberrecht und Nutzungsrechte

Das Urheberrecht an einer Fotografie liegt bei dem Fotografen, der sie geschaffen hat. Der Auftraggeber erhält ein Nutzungsrecht, das Medien und Zeitraum der Verwendung festlegt. Den Umfang vorab zu bestimmen — Website, Werkverzeichnis, Drucksachen, soziale Medien — erspart spätere Schwierigkeiten; eine darüber hinausgehende Nutzung oder die Weitergabe an Dritte wird gesondert vereinbart.

Bildnachweis

Die Nennung des Fotografen neben dem veröffentlichten Bild. Sie entspricht dem Recht auf Anerkennung der Urheberschaft und ist grundsätzlich unabhängig vom Ort der Veröffentlichung erforderlich. Die Bedingung vorab zu vereinbaren, verhindert spätere Missverständnisse. Zwischen Zeitschriften, Websites, sozialen Medien und Wettbewerbsbeiträgen gelten unterschiedliche Regeln, weshalb es sinnvoll ist, den Bildnachweis zusammen mit dem Nutzungsumfang zu klären.

Aufnahmegenehmigung und Zustimmung vor Ort

Die Zustimmung, die vor einer Aufnahme von denjenigen einzuholen ist, die ein Gebäude oder sein Grundstück verwalten. Das ist vom Urheberrecht zu trennen, und es können mehrere Parteien zustimmungsberechtigt sein: Eigentümer, Betreiber, Mieter. In öffentlichen und gewerblichen Bauten ist zusätzlich Rücksicht auf Besucher im Bild nötig, weshalb mitunter Zeiten vor Öffnung oder nach Schließung gesichert werden. Beim Einsatz einer Drohne kommen Fluggenehmigung und Zustimmung nach Luftrecht sowie die vorherige Unterrichtung der Umgebung hinzu.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich die Fertigstellungsaufnahme von der Baudokumentation als Auftrag?

Im Zweck. Die Fertigstellungsaufnahme hält das fertige Gebäude für Veröffentlichung und Öffentlichkeitsarbeit fest und wählt dafür die Stunde und den Winkel, in denen der Entwurf am vollständigsten gegenwärtig ist. Die Baudokumentation weist nach, dass die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt wurden, und deckt vorgeschriebene Phasen einschließlich später verdeckter Bauteile ab. Beides wird gelegentlich für dasselbe Vorhaben beauftragt.

Wie frei dürfen die Aufnahmen verwendet werden?

Der Nutzungsumfang wird bei Vertragsschluss vereinbart. Üblicherweise wird er für bestimmte Medien erteilt — eigene Website, Werkverzeichnis, Drucksachen und soziale Medien — und für einen bestimmten Zeitraum. Für eine Weitergabe an Dritte oder eine Nutzung über den vereinbarten Umfang hinaus sprechen Sie uns bitte an. Das Urheberrecht selbst verbleibt beim Fotografen, doch die Bedingungen, einschließlich des Bildnachweises bei Veröffentlichung, sind so gefasst, dass sie die praktische Nutzung nicht behindern.

Dürfen Drohnen überall eingesetzt werden?

Nicht überall. Das Luftrecht beschränkt den Flug in dicht besiedelten Gebieten, in Flughafennähe und oberhalb bestimmter Höhen; wo dies gilt, sind Genehmigung und Zustimmung des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus erforderlich. Hinzu kommen die Zustimmung der Grundstücksverwaltung, die vorherige Unterrichtung der Umgebung sowie Bedingungen wie Windgeschwindigkeit und Sichtweite am Tag selbst. Die Machbarkeit wird vorab geprüft; teilen Sie uns daher bei der ersten Anfrage bitte den Ort mit.

Lässt sich die Tageszeit wählen?

Die Wahl der Stunde ist eher noch der Kern der Arbeit. Bei Außenaufnahmen bestimmen Richtung und Höhe der Sonne, bei Dämmerungsaufnahmen der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs, bei Innenräumen die Ausrichtung der Fenster jeweils die Stunde, in der das Gebäude am besten zu sehen ist. Ausrichtung und Pläne werden vorab geprüft und, wo nötig, wird vor der Terminplanung ein Ortstermin wahrgenommen. Reicht ein einzelner Tag nicht aus, schlagen wir eine Aufteilung auf mehrere Tage vor.

Arbeiten Sie auch mit Architekturbüros und Medien außerhalb Japans?

Ja. Neben der Korrespondenz auf Englisch und in weiteren Sprachen bearbeiten wir Unterlagen für Einreichungen im Ausland sowie Ausgaben, die auf die Vorgaben einzelner Publikationen abgestimmt sind. Die Korrespondenz ist auf eine Zeitverschiebung hin angelegt, wobei Rückfragen jeweils gebündelt versandt werden. Näheres finden Sie auf der Leistungsseite.

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